Ausstellungen
2008
"Mit Augen essen"
Gemeinschaftsaustellung Kunstagentur "aardvark" in der Galerie am Storchenturm
Kollwitzstraße 97, Berlin Prenzlauer Berg
2007
"Kopfwelten"
Gemeinschaftsaustellung Kunstagentur "aardvark" in der Galerie am Storchenturm
Kollwitzstraße 97, Berlin Prenzlauer Berg
"Runde Welten"
Gemeinschaftsaustellung Kunstagentur "aardvark" in der Galerie am Storchenturm
Kollwitzstraße 97, Berlin Prenzlauer Berg
"Die unendliche Biblithek"
Gemeinschaftsaustellung Kunstagentur "aardvark" in der Galerie am Storchenturm
Kollwitzstraße 97, Berlin Prenzlauer Berg
2002
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
Kommunikation visuell: Wort, Bild, Buch - verschlüsselt und transformiert
Bulgarisches Kulturinstitut, Berlin
FARBFELDBUCH
Städtisches Zentrum für Geschichte und Kunst, Riesa
GEDANKENTÜRME
2001
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
Zwischen moderner Textverarbeitung und traditioneller Aufzeichnungstechnik
Kunsthalle Erfurt
Der gedachte Raum
Galerie Profil, Weimar
Konzept: Farbe
Galerie Schoen+Nalepa, Berlin
im Wrangelschlößchen Berlin-Steglitz
Zwillinge
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
Zwischen moderner Textverarbeitung und traditioneller Aufzeichnungstechnik
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
Kommunikation visuell: Wort, Bild, Buch -
verschlüsselt und transformiert
2000
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Lepizig
Nicht ans Wort gebunden
Galerie Brötzinger Art, Pforzheim
Gedankenräume
mak.frankfurt
8. Triennale Craft from scratch
(Sprachräume)
1999
Umweltbundesamt, Berlin
Sprach - Räume
Galerie Profil, Weimar
Farbfelder
Kunstverein Siegen
Achtung! Röhrender Hirsch
1998
Museum Minden
Rundgang – Eine Installation
Galerie Zone F, Berlin
Staatsbibliothek zu Berlin - PK
Die imaginäre Bibliothek
Kunstverein Alsdorf
Kopf, Haus, Raum
1997
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
ohne ISBN
Kubus Hannover
Multilinear
1996
Interimskunsthalle, Berlin
1995
Center for book arts, New York
The International Library
(Helmut Löhr)
1994
Kunstverein Schering, Berlin
Bilder und Objekte
1993
Städt. Museen Jena,
Standbein – Spielbein
1992
Kunstverein-Galerie S, Siegen
Wanderbibliotheken oder
Die Reise im Kopf
Städtisches Museum Spendhaus, Reutlingen
Das Gedächtnis der Zeit
Janco Dada Museum, Ein Hod – Haifa
Die Mauer
1991
Hara Museum, Tokyo
The book
1990
Leopold-Hoesch-Museum Düren –
Das Buch
Albertinum zu Dresden
Ausgebürgert
1989
Skulpturenmuseum Marl
Der Fernseher
Kunsthalle Bremen
Das Buch/Künstlerobjekte
1988
Ruhrfestspiele Recklinghausen
Magie des Buches
Deutsche Bibliothek, Frankfurt
BuchKunstBuch
Patricia Carega Gallery, Washington
Unique books by unique artists
1986
Galerie Horst Dietrich, Berlin
Buchobjekte
1985
Centre National des Arts Plastique, Paris
Livres mis en scène
1984
Palais de Beaux-Arts Brüssel
De la façon de traiter le livre
Centre G. Pompidou Paris
Objets en dérive
1983
Galerie Wewerka, Berlin
Kunst konzentriert
1982
Akademie der Künste, Berlin
ex libris
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Wolfgang Nieblich
Die Abwesenheit der Dinge
Die Dinge sind da, weil wir sie sehen, weil wir denken, daß wir sie
sehen. Wir haben Bilder und Abbilder im Kopf. Wir vergleichen, das was
wir sehen mit dem Gesehenen, mit dem, was wir in unserem
Gedächtnis gespeichert haben.Die Formen ändern sich. Wir aktu-
alisieren sie ständig in unserem Kopf. Manche Form verschwindet.
Was wir eindeutig als den alten Telefonhörer erkennen, können wir heute von
einem Handy, das ein Schauspieler auf der Bühne in der Hand hat, nicht mehr
sagen – es könnte auch eine Fernbedienung sein. Nur dann, wenn er das Ding
ans Ohr hält, glauben wir ein Handy zu erkennen. Würde er eine elek-
tronische Kamera an die selbe Stelle halten, denken wir, daß
er telefoniert. Die Dinge sind nicht mehr sichtbar – sie sind abwesend
und nicht nur dann, wenn wir im Theater in der 17. Reihe sitzen. Was sollen
wir aber mit dem Theater oder der Welt anfangen, wenn wir sie nicht
mehr erkennen. Die Bilder, die Abbildungen und die gespeicherten Abbil-
dungen der Dinge verbergen ihre Inhalte und Funktionen. Was uns die Sicherheit
gab und gibt, die Welt richtig zu sehen – über die Wahrnehmung der Dinge mit
all seinen Täuschungen, auch über die Abwesenheit der Dinge, diese Kriterien
gelten nicht mehr. Bleibt uns nur noch der Blick in uns selbst? Ist es ein tief
verwurzeltes Gefühl und des Wahrnehmungsbewußtseins von der Dinge-Welt,
die uns die Orientierung auf unserem Weg durch das Leben ermöglicht?
Was läßt uns morgens erwachen – ist es der Wecker, der keiner mehr
ist, die innere Uhr oder einfach ein Bündel voller wärmender Sonnenstrah-
len. Es ist das, was nicht ist. Uns bestimmt das Nichts, weil die gigantische
Zahl der Dinge, die um uns herum sind, in der Summe Nichts ergeben. Sie
sind belanglos und wir müßten sie entsorgen – dann und nur dann wäre unsere
Wahrnehmung der Dinge wieder vorurteilsfrei.
Ist die freie Wahrnehmung der Dinge auch nur eine Fata Morgana, die sich in
unserem Koordinatensystem von X, Y, Z – Achse, in unserer Vorstellung von Zeit
und in unserer Sprache eingenistet hat. Was wir glauben oder was wir glauben zu
glauben, bestimmt das, was wir sehen und wahrnehmen. Nehmen wir überhaupt noch
etwas wahr? Gehen wir noch aufrecht, wenn die Last der Bilder zu schwer geworden
ist? Welche Prognose hätte wohl Darwin für uns parat? Verkommen wir zu
einem Bildverarbeitungsautomaten? Ist die Frage, woher wir kommen und wohin
wir gehen, damit beantwortet? Ist unser Wahrnehmungspotential erschöpft?
Wie erfahren Dinge, wir nehmen alte und neue Dinge wahr, die vielleicht nur durch
ihre Abwesenheit existieren. Sie sind da oder nicht da. Das Nicht-Dasein bestätigt dennoch
ihre Anwesenheit. Und Alles was ist, verändert uns, erhält uns am Leben, läßt uns
lieben, glücklich und traurig sein, - es bewegt uns in unserer physischen,
mentalen und spirituellen Welt – die Welt: anfaßbar, vorstellbar oder unfaßbar.
Gutenberg fand einen weißen Fleck auf der Landkarte der Ignoratia und füllte ihn
mit einem schwarzen Fleck aus. Wenn wir heute noch einen weißen Flecken auf
unserer Landkarte, insbesodere der Wahrnehmung, entdecken, haben wir ein großes,
neues Tor für unsere Phantasie aufgestoßen.
Wolfgang Nieblich – Das ABeCedarium der Dinge - 2006
Statt eines Abbildungsverzeichnisses:
Spritztechnik: Zeichnung:
Lettern A, B und C Holzletter A + Apfel + Ahle
Amboss + Wassertropfen + Tischtennissschläger
Bücher Bücher + Gewicht + Winkelhaken
Banane Banane + Lochkarte
Brille Brille + Brillenetui
Blattgoldmesser + Stichel + Tampon Briefkuvert + Stichel + Tampon + Griff
CD + Kassette CD + Champagnerkorken,
Dreieck Dreieck + Schachfiguren
Buchstabe E+Etikett + Schachtel Ei
Engländer Engländer + Kamm + Kirschen + Fahrradschlüssel
Federhalter + Feder + Füllhalter Federhalter + Feder + Füllhalter
Filete Filete + Flaschenöffner + Feuerzeug +Teebeutel
Faustkeil + Hammer + Kaffeebohnen + Wasserhahn
Farbtube Farbtuben + Zahnpastatube
Fuchsschwanz + Käse + Bohrer + Rundeisen
Ginkgo + Mini-Kassette Ginkgo + Gabel + Bühnenbohrer
Glas Goldschmiedebohrer
Glühlampe Glühlampe + Birne
Handschelle Handschelle + Pillen,
Handschuh Hühnergott + Senkblei
Injektionsspritze Injektionsspritze + Skalpell + Fieberthermometer
Jahresringe
Jagdmesser
Kurvenlineale Kassette + Kurvenlineale
Kopfhörer Kopfhörer
Knochen Keilrahmen + Kugel + Knochen,
Knochen Kerze + Streichhölzer + Niet + Weinglas
Löffel Löffel + Lippenstift + Kochlöffel
(Muttern) Mutter + Stempel + Condom + Tampon+ Brillant
Maulschlüssel Maulschlüssel + Nussknacker + Lupe + Kreuz
Muschel + Knochen
Nagel Nagel
Oval + Ohr + Orden
Puzzle Pinzette + Puzzle + Papierschiff + Patrone
Portrait + Reisszwecken
Palette Palette
Palme Pinsel + Palme
Portemannaie Portemannaie + Papierflieger + Münze
Quirl + Beitel + Windmühle
Revolver Revolver
Rahmenhobel + Kronendeckel + Kleiderhaken
Stecker Stecker + Ei + Rose
Schlüssel Schlüssel + Briefmarke + Büroklammer + Scheckkarte
Schere Schere + Seil + Falsbein
Steckscharnier Schraubzwinge + Walnuss
Stöckelschuh Stöckelschuh + Bleistift + Anspitzer
Telefonhörer Telefonhörer + Lautsprecher
Seilspanner + Griff + Fahrradschlüssel Tintenlöscher + Seilspanner + Tintenfass
+ Radiergummi + Rolle
Uhr Uhr + Eieruhr + Eierbecher
Violinenschnecke + Ventilator
Korkenzieher + Stempel + Bühnenbohrer Vierkantschlüssel + Schachbrett + Bühnenbohrer
Winkelhaken + ????? Wasserwaage 6 Grad + Winkel
Wiegemesser Wiegemesser
Wäscheklammern Wäscheklammern
X – Ray
Messingbuchstabe Y + Steckscharnier
Zwille + Haselnuss
Zange Zange + Wassertropfen
Zahnpastatube + Zahnbürste + Tube
Stativ + Kleiderhaken Zitrone + Zwiebel + Stativ
Zirkel Zirkel, Holzletter Z
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survival bags – Ein Konzept von Wolfgang Nieblich, Berlin, 2004
Die Befragung:
Berlin droht eine Katastrophe. Wir müssen die Stadt ganz schnell für
immer verlassen. Wir sind warm angezogen, steigen in das erst beste
Flugzeug, daß entweder in der Wüste, auf einer einsamen Insel, in New
York oder in der Arktis landet. wir haben die Möglichkeit 10 Dinge (nütz-
liche oder geistige) mitzunehmen, keine Personen oder Tiere.
Welche 10 Dinge würden Sie/ Du mitnehmen?
Das Ergebnis nach der Befragung von 100 Personen:
1. Buch oder Bücher
2. Messer (Schweizer Messer)
3. Wasser (gefüllte Wasserflasche)
4. Feuer (Feuerzeug oder Streichhölzer)
5. Geld (Schuck, Gold als Tauschobjekt)
6. Fotos (Erinnerungsfotos von Mann, Kinder, Familie)
7. Pass
8. dicke Decke
9. Handy
10. Proviant (meist haltbare Lebensmittel)
11. Stifte (Mal- oder Schreibzeug)
12. Ersatzunterwäsche (meist Unterhose)
13. Papier (zum beschreiben oder malen, leeres Buch)
14. Zahnbürste (einige Male wurde Kulturbeutel genannt)
15. Werkzeug (Universalwerkzeug)
16.
Die Auswertung nach Geschlecht getrennt:
Männer Frauen
1. Buch Buch
2. Messer Fotos
3. Feuer Wasser
4. Wasser Decke
5. Geld Feuer
6. Proviant Geld
7. Decke Messer
8. Pass Papier
9. Fotos Pass
10. Handy Stifte
11. Stifte Zahnbürste
12. Papier Handy
13. Unterwäsche Unterwäsche
14. Zahnbürste Proviant
15. Werkzeug Werkzeug
Nur einmal genannte Dinge:
Vitaminpillen, Luftmatratze, Rucksack, Tesafilm, Trompete, Ölbild, I-Pot,
Trockenbier, Lupe, Hühnergott, Leuchtfeuer, Trillerpfeife, Impfzeugnis,
Badelatschen, Kohletabletten, Fernglas, Rolle Klopapier, selbstleuchtende
Sternenkarte, Visitenkarten, Nahrungsergänzungsmittel, PC-Stick, Flasche Rum,
Orchidee, Kunstpostkarte von Paul Klee, Haargummis, Gummistiefel, Gaslampe,
Iso-Matte, Samen, Katapult, Kaugummi, Antibabypille, Parfüm, Wollschal, Salz,
Fischnetz
Ausstellung:
Das Konzept beinhaltet die Herstellung von survival bags (Koffern), die als Kunst-
objekte in einer Ausstellung gezeigt werden sollen. Die Koffer bestehen im Inneren
aus Schaumgummi, der in der Form der jeweiligen Dinge ausgeschitten ist. Neben
den Koffern sollen die Befragungszettel (A 6) gerahmt in der Ausstellung gezeigt werden.
Auf den Zetteln steht nur der Vorname, das Datum der Befagung und die genannten Dinge.
Wolfgang Nieblich, Berlin, 26.06.2004
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